EVENTS NEWS AUGUST 2014

Eindrücke eines Bartenders aus dem Big Apple

Erhalten Sie hier Einblick in die Erlebnisse unseres The Chivas Masters Finalisten, Marcus Philipp, Barchef der Albertina Passage, während des Global Finals in New York City

Man möchte meinen, dass man mit 14 Jahren Berufserfahrung und mehreren internationalen Cocktailwettbewerben „am Buckel“ schon einiges erlebt und gesehen hat. Doch diese Woche hat mich definitiv eines Besseren belehrt. Noch nie hat mir eine Competition, für die sich niemand geringerer als der International Brand Ambassador von Chivas, Max Warner, verantwortlich zeigte, mehr abverlangt als die Global Finals der The Chivas Masters 2014.

Am 06. Mai diesen Jahres begann meine unglaubliche Reise mit der ersten Chivas Masters Cocktail Competition 2014 in Wien, bei der die vier goldenen Cocktail Hochphasen neu interpretiert werden sollten. An diesem Tag durfte ich mich als Sieger des ersten Austrian Finals bezeichnen. Mein Land darauffolgend im Juli im Big Apple bei den Global Finals vertreten zu dürfen war ein unglaubliches Gefühl und eine unfassbare Ehre.

Tag 1
Der 13. Juli ist ein Tag den ich nie vergessen werde. An diesem Tag landete ich in New York. Schon die Anreise via Limousine in das wunderschöne Nomad Hotel in Midtown war sehr beeindruckend. Max Warner wartete bereits auf mich und begrüßte mich so wie er mich schon in Wien verabschiedete: sehr herzlich und freundschaftlich. Zu meinem Erstaunen hatte er für uns Finalisten einen eigenen Bereich in einem argentinischen Pub reserviert, wo wir nicht nur kulinarisch verwöhnt, sondern auch mit dem WM-Finalspiel überrascht wurden. Was für ein Start.

Tag 2
Doch so locker und leicht ging es nicht weiter. Am nächsten Tag (14.Juli) hieß es: 08.00 Uhr - Frühstück. Um 09.30 Uhr begann die erste der sechs Competitions im Penthouse im 30. Stockwerk des Nomad Hotels! Und diese sollte noch die entspannteste Runde sein. Wir mussten einen der vier Cocktails aus unseren Local Finals nachmixen. Ich entschied mich für den Drink: „Once Upon A Time“.

 

Die Fachjury bildete hierbei Max Warner, Ago Perrone (Director of Mixology bei „The Connaught“) und Sean Muldoon (Besitzer der legendären und diesjährig bei den Tails of the Cocktail als best American Bar ausgezeichnete Bar „The Dead Rabbit“ in Downtown).

In der zweiten Runde, der Milk Punch Runde - Part 1, wurden wir in die Geheimnisse des sogenannten „fat washing“ eingeweiht. Hier zeigte uns der Creative Director der berühmten Milk Bar in New York, wie wir verschiedenste Flavours und Milch auf mehrere Arten infundieren konnten. Danach hatten wir die Ehre uns an dieses, zugegebener Maßen neue, aber interessante Thema zu wagen. Wir mussten einen eigenen Milk Punch, welche für New Orleans sehr bekannt sind, in kürzester Zeit kreieren, für die spätere Präsentation präparieren und in Flaschen abfüllen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause war es das „Food pairing“, über das wir uns in der dritten Runde den Kopf zerbrechen mussten. Hier hatte uns der Chef de Cuisine des Nomad Hotels eine interessante Speise vorgelegt. Ich muss dazu sagen, man macht sich ja in der Vorbereitung für so einen Bewerb schon mal Gedanken, was serviert werden könnte, aber damit hab ich definitiv NICHT gerechnet. Es war eine Art Sandwich mit einer für mich undefinierbaren Textur, einer Seegurke und dazu Hickory-Schinken. Ja klar, da fielen mir doch auf die Schnelle 1000 Sachen dazu ein… NOT! Nur nicht verzweifeln.

Lesen Sie hier weiter…

Ich entschied mich für eine Sazerac-Variante mit Chivas 12yo, Chili und Peychaud´s Bitters mit etwas Honigsirup. Diesen Drink taufte ich Midnight Devil. Ein, für mich, eleganter Drink, mit Wurzeln aus dem Big Easy (New Orleans) und einer angenehmen Schärfe, die zu dem rauchigen Aroma des Hickory-Schicken sehr gut passte.

Achja, da war ja noch was! Die Präsentation des Milk Punches. Willkommen bei Part Two der 2. Runde. Meine Kreation war eine Mischung aus Milch, Vanille, Zimt und Karamell-Popcorn! Klingt komisch, war aber so….und siehe da, es schmeckte sogar. Über den Drink goss ich noch etwas warmen Honig. Danach hätte ich wirklich schlafen gehen können.

Mittlerweile war es schon 19.00 Uhr und der erste Tag ging nach 10 Stunden Dauerstress zu Ende. Doch viel Zeit blieb uns nicht, da wir um 19.30 Uhr schon wieder eine Verabredung hatten – ein gemeinsames Dinner in der Saxon + Parole Bar mit sensationellem Essen und noch besseren Drinks. Die anschließende Bartour lehnte ich dann doch dankend ab, da mir die Anreise und der erste Tag doch schwer zu schaffen machten. 23.00 Uhr – Danke das wars. Und gut so, denn am nächsten Tag hatten wir wieder volles Programm.

Tag 3
15. Juli – 07.00 Uhr, New York und die Frisur sitzt. Auf geht’s, die letzten Vorbereitungen, sofern man welche treffen konnte (man wurde ja immer wieder überrascht), wurden getroffen. Pünktlich um 08.30 Uhr versuchte man sich irgendwie Frühstück zuzuführen. Wer Bartender kennt, weiß, dass dies ein echt schwieriges Unterfangen sein kann, da wir um diese Zeit normalerweise Hot Dogs, Pizza oder anderes ungesundes Essen VOR! dem Schlafen gehen zu uns nehmen. ;-) Dieser Tag begann aber mit einer Sensation! Mr. Dave Arnold, der die „Revivalism Round“ einleitete, hielt einen absolut genialen Vortrag über „Carbonation“! Ich möchte an dieser Stelle behaupten, dass dies der beste Vortag war den ich je besucht habe. Nicht nur, dass Dave ein total sympathischer Kerl ist, sondern er hat wirklich Ahnung davon was er macht. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der sich dieser Thematik so verschrieben hat und diese auch auslebt. Bravo Mr. Arnold, you made my day! Denn richtig zu karbonisieren ist nicht so einfach, wie man glaubt. Nicht nur Geschick, ich möchte sogar behaupten etwas Talent, sondern auch mathematisches Wissen ist gefragt. Auch hier mussten wir für das große Finale am Abend 3 Liter vorbereiten, da uns circa 70 Journalisten, Bartender und Gäste aus der Industrie besuchen und bewerten sollten. 12.30 Uhr – Downtown. Jetzt sollte der Spaß nicht zu kurz kommen.

Eine unfassbare Helikoptertour über NYC. Für mich war es das erste Mal und das so ziemlich coolste Erlebnis dieser Woche. Einen Rundflug über New York City macht man nicht jeden Tag.

Danach: Back to Reality. Die Pflicht ruft. Die fünfte Runde wurde im Dead Rabbit abgehalten. Dies war die „Post War Boom“ Challenge. In 10 Minuten mussten wir einen Drink mit Name samt Geschichte und Präsentation kreieren. Und das nur mit dem, was die Bar dort hergab. Mit Dille, Honig, Zitrone und Chivas wagte ich mich an den Start. Der „Flint Dille“ war geboren! Ein Autor, der 1955 geboren wurde und aus dessen Feder unter anderem G.I. Joe und Transformers stammt.

Fast hatten wir es geschafft. Wieder zurück im Penthouse des Nomads war nur noch eine Challenge zu bewältigen: die Präsentation der Revivalism Drinks für die 70 Gäste. Hier mussten wir als Gastgeber die Juroren, diesmal bestehend aus dem Publikum, von unserem Drink überzeugen. Jeder Gast hatte drei Token, die sie oder er frei vergeben konnte. Ich kam mir hier zwar leicht ausgeliefert vor, aber für Token machte ich alles ;-) Schließlich will man ja Punkte holen. Ich präsentierte meinen Drink „Blood is on the Dancefloor“ (für den Namen entschied ich mich deswegen: der Drink ist Blutrot und für uns war der Trip ein Hin und Her, wie ein Tanz auf der Tanzfläche), welcher aus Chivas, Rosmarin, rotem Wermut, Portwein, und geklärtem Grapefruitsaft bestand. Dazu überzog ich den Drink mit den ätherischen Ölen einer Zitronenzeste und servierte diesen anschließend mit meinem charmantesten Lächeln.

Doch auch das Lächeln half leider nicht. Der verdiente Sieg ging nach NY an Masahiro Urushido aus der Saxon + Parole Bar in New York City!

Doch ich fühle mich schlussendlich trotzdem wie ein Sieger. Ich habe so viel neue Eindrücke und Freundschaften aus aller Welt mitnehmen können, so dass dies für mich ein unvergessliches Erlebnis war.

Ich möchte mich für diese tolle Reise und sensationelle Organisation bei Chivas, Max Warner und seinem Team bedanken. Es hat uns an nichts gefehlt, außer vielleicht an etwas Schlaf (nun gut, daran waren wir nicht immer unschuldig). Danke an Pernod Ricard Austria. Danke für eure unglaubliche Unterstützung. Es war mir eine Ehre und es macht mich besonders stolz Teil der „The Chivas Masters“ zu sein.

Sláinthe mhath

„Master“ Philipp ;-)

CHIVAS MASTERS 2014 - May the Best Barman Win

Once Upon A Time
Marcus Philipps „The Chivas Masters“ Rezept.


Zutaten:
5cl Chivas Regal 12yrs
1cl Galliano
4 Amarena Kirschen
3cl Amarenasaft
1Bl Rohrzucker
3 Zweige Minze
1cl Schweppes Wildberry

Dekoration:
Minzzweig/Amarenakirsche
Julep Becher
Crushed Ice
Build-in Glass